
Das Felsengrab von Ferruzzano: Echos aus dem Neolithikum
Eine ganz besondere Höhle, vielleicht ein Grab oder vielleicht ein Orakel
Wo ist

Wo liegt das Felsengrab von Ferruzzano?
Die Straße, die von Ferruzzano Marina zum Geisterdorf Ferruzzano Superiore führt, ist ziemlich holprig, aber die mediterrane Macchia, die Stille, die Aussicht auf das Meer und den Aspromonte sind so eindrucksvoll, dass wir die Schlaglöcher vergessen. Etwa 3 km vor dem verlassenen Dorf erreichen wir die contrada San Crimi (San Clemente). Hier nehmen wir einen kurzen Weg, an dessen Eingang ein Schild einfach verkündet: Sentiero Tomba Rupestre Judarìo. Das Meer schimmert vor uns. Der Himmel ist klar. Es herrscht Frieden.
Eine ganz besondere Höhle
Der Weg ist kurz und wir kommen fast sofort zu einer malerischen Lichtung, auf der ein seltsamer rötlicher Felsen steht. Auf der einen Seite führt eine Art "Tür" zu einer winzigen Höhle, in der ein Mann kaum Platz hat. Santo und Orlando, unsere Führer, zeigen uns, dass das Gewölbe der Höhle ganz von zwei Adler- oder Sperberflügeln eingenommen wird , die in den Stein geritzt sind, während sich am Boden drei kleine Löcher befinden. Hier ist das Unsichtbare, das erscheint! An der Außenmauer weisen unsere Führer auf weitere Zeichen hin: eine schräge Rille über der "Tür" ist eine Regenrinne für Regenwasser! Und daneben befindet sich ein "Pfahlloch", in das vermutlich ein Pfosten eingeschlagen wurde, um einen Unterstand zu schaffen. All dies zeigt das Werk des Menschen. Nicht der moderne Mensch, sondern der prähistorische Mensch: Er lebte im Neolithikum!
Was war diese Höhle? Orakel oder Grabmal?
Die Höhle verstärkt die Stimme, ebenso wie die kleinen Löcher: Einige Gelehrte glauben, dass es sich um ein Orakel handelte , einen Ort der Prophezeiung und der Weissagung der Zukunft. Es gibt jedoch auch eine andere Hypothese, die sich auf die Ruinen eines nahegelegenen Klosters stützt: Die Grotte könnte das "Putridarium" einer heiligen Nonne sein , d. h. ihre Begräbnisstätte: Der Verstorbene wurde in sitzender Position in der Grotte begraben und die Tür wurde versiegelt, wodurch ein Mumifizierungsprozess eingeleitet wurde. Wir glauben, dass beide Hypothesen zutreffen, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten.
Nicht zu übersehen: eine neolithische Sonnenuhr
Wir gehen noch ein paar Meter weiter in die duftende mediterrane Macchia hinein und kommen zu einem großen, flachen, glatten und glitschigen Felsen. Auch hier brauchen unsere Augen einen Führer, um zu sehen: Vier kleine Löcher, die entlang einer imaginären Linie von Ost nach West in den Fels gegraben wurden, verraten die Existenz einer Art neolithischer Sonnenuhr! In die kleinen Löcher wurden Stangen getrieben, deren Schatten - je nach Länge und Richtung - die beiden Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen anzeigten! Hier wurden Scherben von grauem Obsidian, der ursprünglich von den Ägäischen Inseln stammt, und Fragmente von schlecht gebrannten Töpferwaren gefunden: Sie sind ein Beweis für den neolithischen Ursprung der Stätte.
Ein Zeitsprung
Wir kehren auf den Weg und unsere Schritte zurück. Hinter dem Zaun befinden sich zwei Mauerfragmente: "Das war das Haus von Genoveffa", erinnern uns unsere Führer. Und wie sich unser Blick verändert, als diese Worte erklingen!
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