
Der Korkeichenwald des Monte Scrisi
Vom Meer von Scilla bis zu den Bergen im ersten Hinterland, ein Naturausflug zur Entdeckung eines typischen mediterranen Lebensraums
Wo ist

Der Wanderweg: wo man ihn findet
Der Monte Scrisi ist ein Relief, das sich im Landesinneren von Scilla bis auf eine Höhe von 675 m erhebt und den Blick von der Straße von Messina über die Costa Viola bis nach Bagnara und darüber hinaus schweifen lässt. Die mehr oder weniger steilen Hänge sind von einer Vegetation bedeckt, die von der mediterranen Macchia im Küstenstreifen bis zu den immergrünen Eichenwäldern auf dem Gipfel reicht, wobei die allgegenwärtige Steineiche (Quercus ilex), vor allem aber die Korkeiche (Quercus suber), dem Ort eine besondere naturalistische Bedeutung verleiht. Man erreicht den Berg zwischen Scilla und Villa San Giovanni, in der Ortschaft Santa Trada, über den so genannten Passi-Weg, der zum Torre Cavallo führt, einem Teil des alten Verteidigungssystems der Meerenge.
Die Route: eine Reise durch die mediterrane Macchia
Man steigt zunächst durch eine mehr oder weniger dichte Vegetation hinauf, je nachdem, wo der felsige Untergrund vulkanischer Natur auftaucht. Auf dem Gipfel angekommen, versteht man, warum der Weg "der Stufen" genannt wird. In der Tat ist er durch Betonsperren gekennzeichnet, die bis in die jüngste Vergangenheit für die illegale Jagd auf bestimmte Raubvögel auf ihrem Frühjahrszug über die Meerenge genutzt wurden. Zu den Opfern gehörte nach einem nicht einmal erwähnenswerten Volksglauben vor allem der Adorno, ein lokaler Begriff für den Wespenbussard (Pernis apivorus), den zahlreichsten unter den großen Raubvögeln, die diesen Weg nehmen. Nachdem diese schändliche Praxis fast vollständig ausgerottet wurde, wird der Ort heute hauptsächlich von Vogelbeobachtern aufgesucht.
Anschließend betritt man den leuchtenden Wald, der von der Korkeiche beherrscht wird, einem Baum, der auf seine eigene Art und Weise kultiviert wird, um aus seiner Rinde ein vielseitig verwendbares Material zu gewinnen. Die "Entkorkung" findet nur etwa alle zehn Jahre statt und ermöglicht es, einen Zustand der Natürlichkeit zu erhalten, der den Korkeichenwald zu einem der bedeutendsten Lebensräume des Mittelmeergürtels macht. Ein Beweis dafür ist auf dem Monte Scrisi unter anderem die Anwesenheit der Magnanina (Sylvia undata), eines sehr zurückhaltenden Sperlingsvogels, den man eher hört als sieht, der aber aufgrund seines schieferfarbenen Gefieders und des rötlichen Augenkreises unverwechselbar ist.
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