
Die Loggien von Ferruzzano
Die Sommer am Meer der Familien aus Ferruzzano: eine Tradition, die Ende der 1970er Jahre verloren ging
Wo ist

Ferruzzano bis in die 1970er Jahre: August am Meer
Nach dem großen Fest zu Ehren des Schutzpatrons San Giuseppe, das am ersten Sonntag im August mit einem Feuerwerk und dem „Tanz des Pferdes von Minasi“ seinen Höhepunkt fand, machten sich alle Familien aus Ferruzzano auf den Weg ans Meer. Sie machten sich zu Fuß auf den Weg, mit einem Maultier, das mit allem beladen war, was man brauchen könnte: Vorräte, Bettwäsche, Kochgeschirr, Tische, Stühle und Strohmatratzen, nicht zu vergessen das Schwein und die „Gallhuzzi“ (Freilandhühner). Am Meer hatten die Männer die „Logge“ errichtet , quadratische Hütten, die dicht aneinander standen, mit Wänden aus Schilf, das mit Farnen, Oleander, Myrten oder Mastixsträuchern verflochten war . Im Inneren drang kein Sonnenlicht herein, und im Halbdunkel, vom Rauschen des Meeres gewiegt, war der Duft der Zweige fast berauschend.
Leben am Meer
Die Tiere hatten ihren Platz: Die Schweine standen an der Wasserlinie vor den „Logge“, unter einem Zweig angebunden und nahe am Wasser. Maultiere, Ziegen und Hühner hingegen hielten sich hinter den „Logge“ auf. Die Tage vergingen in der Schönheit der Einfachheit. Die Frauen kochten, hängten die Wäsche auf, die Kinder spielten. Man ging baden, wenn der Zug um elf vorbeifuhr… Abends spielte man Spiele wie „Cucuzzaru“ oder „Campanaro“. Oder man saß einfach in der Kühle und unterhielt sich. Es war immer jemand da, der ein Akkordeon dabei hatte, und dann wurde ein bisschen Musik gemacht oder getanzt. Und vielleicht war man dem Glück damals näher.
September
Im September kehrte man ins Dorf zurück, mit den Maultieren, die wie auf dem Hinweg beladen waren. Man ließ das Leben am Meer hinter sich, um die landwirtschaftlichen Arbeiten wieder aufzunehmen. Die Hütten wurden abgerissen und verbrannt. Der Strand wurde der Natur zurückgegeben.
Die Erinnerung bewahren
Wir danken Orlando Sculli, dem historischen Gedächtnis des Dorfes, Tania und Antonio Catalano für den schönen Artikel auf itimoni.it, Liana Sofia Tumino für das Video „I loggi di Ferruzzano“, die Facebook-Gruppe „I love Ferruzzano & l’Area Grecanica“ dafür, dass sie alte Fotos und Erinnerungen der Familien des Dorfes gesammelt haben.
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Der Atlas dankt:
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