Die Schachpartie von Marostica
In geraden Jahren lockt die Veranstaltung, die im September Tausende von Zuschauern auf die Piazza del Castello inferiore zieht
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Das Schachspiel
Alle zwei Jahre im September findet auf der historischen Piazza degli Scacchi in Marostica die spektakulärste Schachpartie Italiens statt. Lebende Figuren bewegen sich majestätisch über die Felder des Schachbretts auf dem Platz. Hunderte von Darstellern beleben das befestigte Städtchen: reich gekleidete Adlige und Edelfrauen, Soldaten, Herolde, Fahnenschwinger, Trommler, Gaukler und Bürger. Grandios sind die Lichtspiele, die Choreografien, die Klangkulisse und das Feuerwerk. Das ganze Dorf taucht in die Legende ein.
Die Legende der Schachpartie
Es ist das Jahr 1454, als zwei junge Adlige, Vieri da Vallonara und Rinaldo d’Angarino, die bis über beide Ohren in die schöne Tochter des Burgherrn, Lionora, verliebt sind, bereit sind, sich im Duell zu messen, um ihre Hand zu gewinnen. Doch der Burgherr, entschlossen, unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, verwandelt das Duell in eine grandiose Schachpartie auf dem Burgplatz mit lebenden Figuren. Der Sieger wird Lionora zur Frau nehmen; dem Verlierer wird Oldrada, die Schwester des Burgherrn, zuteil. Und alle gewinnen!
Die Geschichte der Schachpartie
Das Manuskript, das diese Geschichte erzählt, wurde 1923 wiedergefunden, ging jedoch 1958 bei einem Brand verloren. Gerade im Jahr 1923 hatte ein junger Mann aus Marostica, Francesco Pozza (1903–1971), die Idee, die Schachpartie mit einer Gruppe von Freunden inszenieren. Es war ein großer Erfolg, so sehr, dass sogar Gabriele d’Annunzio mit seinem Flugzeug über den legendären Schachbrettplatz flog. Ab 1954 war es der Künstler Mirko Vucetich (1898–1975), der die Inszenierung mit großem Können gestaltete.
Der Schachplatz
Das Schachbrett wurde 1954 angelegt: 64 Felder von jeweils 4 Quadratmetern aus rotem Marmor und „Biancone“-Marmor aus Asiago. Der Platz stammt aus dem Jahr 1462: Er ist sehr weitläufig und elegant, gedacht für den Markt und zum Flanieren. An den Längsseiten wird er von historischen Palästen und Arkaden begrenzt, an den beiden Enden vom Palazzo Doglione und vom massiven Castello Inferiore, das als Kulisse für das Spektakel dient.
So organisieren Sie die Reise
Betreten Sie den Atlas der unentdeckten Wunder Italiens und finden Sie Schätze, wo Sie sie am wenigsten erwarten.
Der Atlas dankt:
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